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Tabelle zur Anpassung der Entwicklungszeit bei abweichenden Temperaturen im Negativprozess

Die meisten Negativentwickler werden am besten bei 20 °C genutzt. Hierfür gelten auch nahezu alle vorgeschlagenen Entwicklungszeiten. Was, wenn sich die 20 Grad Celsius nicht halten lassen?

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Seit jeher entwickele ich meine Negative bei möglichst 20°C. Das ist ein Standard und dies ist auch die Temperatur, welche von den Herstellern der Negativentwicklern angegeben bzw. vorgeschlagen wird. Manche Entwickler sollen etwas feinkörniger arbeiten – zumindest Rodinal – wenn man sie kälter verwendet.
Wie auch immer: Es kann sehr gut sein, dass die gewünschte Entwicklertemperatur nicht einzuhalten ist bzw. dass jene Temperatur, bei welcher man seinerzeit seinen gesamten Prozess eingetestet hatte, gerade nicht realisierbar ist. Ich habe zum Beispiel im Sommer oft das Problem, dass das Leitungswasser etwas zu warm ist. Hier behelfe ich mir mit einer Umrechnungstabelle. Aus ihr geht hervor, um wie viel sich welche Zeit, die bei 20°C gilt, ändert, wenn sich die Temperatur ändert:

18 °C19 °C20 °C21 °C22 °C24 °C
54 1/243 1/23 1/42 1/2
5 1/254 1/243 3/43
65 1/254 1/243 1/4
6 1/265 1/254 1/23 1/2
7 1/46 1/265 1/254
87 1/46 1/265 1/44 1/2
8 3/47 3/476 1/25 3/45
9 1/48 1/47 1/26 3/465 1/4
9 3/48 3/487 1/46 1/25 1/2
10 1/29 1/28 1/27 3/476
11 1/410987 1/46 1/4
11 3/410 1/29 1/28 1/27 3/46 1/4
12 1/211 1/410987
1311 3/410 1/29 1/28 1/27 1/4
13 3/412 1/4111097 1/2
14 1/412 3/411 1/210 1/29 1/48
14 3/413 1/41210 3/49 3/48 1/4
15 1/413 3/412 1/211 1/4108 3/4
1614 1/21311 3/410 1/29
16 3/41513 1/212119 1/4
17 1/415 1/21412 1/211 1/49 3/4
17 3/41614 1/21311 3/410
18 1/216 3/41513 1/212 1/410 1/2
19 1/417 1/415 1/21412 3/410 3/4
19 3/417 3/41614 1/21311
20 1/218 1/216 1/214 3/413 1/211 1/2
21191715 1/413 3/411 3/4
21 3/419 1/217 1/215 3/414 1/412
22 1/4201816 1/414 1/212 1/2
22 3/420 1/218 1/216 3/41512 3/4
23 1/2211917 1/415 1/213 1/4
24 1/421 3/419 1/217 1/21613 1/2
24 3/422 1/4201816 1/413 3/4

Ich entwickle beispielsweise meine Agfa APX 100 Filme in Xtol 1+1 für 10 Minuten (bei 20°C). Nun bekomme ich den Entwickler im Sommer aber vielleicht nur auf 22 Grad Celsius. Dann ziehe ich die Linie bei 10 Minuten / 20 Grad zu der 22-Grad-Spalte: Ich müsste nun lediglich 8 Minuten entwickeln um die gleichen Negative (was den Kontrast anbelangt) zu erhalten. Das ist ja nur logisch: Chemie wirkt stärker, wenn sie wärmer wird. Daher verkürzt sich hier die Entwicklungszeit.

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Übrigens: Ich messe die Temperatur des Entwicklers ein zweites Mal zur Hälfte der Entwicklungszeit (mit einem Stabthermometer in der Dose). Diesen Wert nutze ich dann bzw. korrigiere meine anfängliche Zeit nochmal. Denn manchmal ändert sich die Temperatur ja während des Entwickelns.

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich die Tabelle her habe. Eine ähnliche Übersicht findet sich auch in den Anleitungen von Ilford-Entwicklern (z. B. Perceptol oder ID 11). Laden Sie sich einfach mal diese PDF-Datei herunter: Auf Seite 4 dieses Ilford-Datenblatts für die hauseigenen Entwickler ID-11, Perceptol und Microphen befindet sich eine sehr schöne Übersicht. Die Seite kann man dann einzeln ausdrucken, sich die schematische Übersicht ausschneiden und im Labor immer griffbereit haben. Ich habe ein kleines Laborheftlein, wo ich sie (sowie die obere Tabelle) eingeklebt hatte.

Sicherlich kann man nicht jeden Entwickler über einen Kamm scheren, was dessen Verhalten bei Temperaturänderungen anbelangt. Als grobe Übersicht sollte dies reichen. Letztendlich wird man den Kontrast ohnehin fein im Positivprozess via Multigrade oder am Computer mittels der Software steuern und nicht penibel mittels der Entwicklungszeit – wie es früher noch der Fall war, als man auf Papiere fester Gradation angewiesen war.

Artikeldatum: 8.01.2014 / letzte Änderung: 5. März 2016

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Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.





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