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Der Passepartoutschneider: Passepartouts selber machen

Die visuell wirksamste Methode, die eigenen Fotografien zu präsentieren ist im Bilderrahmen hinter Passepartouts. Dummerweise sind diese Kartons mit großem „Loch“ in der Mitte ziemlich teuer, wenn man sie sich an seine Fotos anpassen lässt. Daher empfehle ich die Anschaffung eines Passepartoutschneiders.

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Heute möchte ich mich etwas mit der Bildpräsentation beschäftigen. Jüngst habe ich bereits einen Artikel darüber verfasst, wie man seine eigenen Fotografien signieren kann und nun soll es weiter gehen: Ich zeige, wie ich mit einem eigenen Passepartoutschneider diese Dinger recht einfach zu hause anfertige:

mehrere selbst gemachte Passepartouts

Dies sind natürlich sogenannte Passepartouts und um diesen Karton selbst mit einem exakten Schrägschnitt versehen zu können, benötigt man eben einen Passepartoutschneider.

Ich selbst arbeite sehr gut mit dem Modell „Logan Team System“:

das Logan Team System

Dieser Passepartoutschneider besteht aus einem langen und robusten Stahllineal bzw. aus einer breiten Führungsschiene für – den Schlitten. Mit letzterem meine ich die Halterung für ein kleines Messerchen. Diese Halterung wird dann einfach entlang der Schiene bewegt und dabei gleichzeitig herunter gedrückt. Auf diese Weise ist es einfach möglich, sich selber Passepartouts anzufertigen. Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass man ohnehin ein genügend langes und stabiles Stahllineal wie dieses benötigt, um z. B. auch die Papierabzüge entsprechend (mit einem „Cuttermesser“) zu beschneiden. Weiterhin wird eine Schneidematte benötigt, die im Handel nicht ganz billig-, die jedoch z. B. bei Amazon über das Internet recht günstig zu erwerben ist. Als Alternative zur Schneidematte kann man zunächst auch eine Dämmplatte aus dem Baumarkt nehmen. Die Schneidematte dient dazu, dass das Messer nicht so schnell stumpf wird (wie es der Fall ist, wenn z. B.  einfach auf einer Glasplatte geschnitten werden würde).

So sieht der Logan-Passepartoutschneider im Ganzen aus:

ein Passepartoutschneider von Logan

ein Baryt Foto hinter einem Passepartout

Und hier sehen Sie eine Fotografie von mir auf Barytkarton abgezogen. Ich nutze recht günstige Bilderrahmen von IKEA. Wichtiger ist mir das Passepartout, welches dem gesamten Bild eine gewisse „Tiefe“ gibt. Weiterhin sorgt es dafür, dass das Fotopapier Luft hat: Es wird nicht gegen das Glas des Rahmens gepresst.

Logan Team System (Cutter and rail) - Team System 424 (24
Logan Team System (Cutter and rail) - Team System 424 (24")
von Logan

Das Logan Team System ist ein sehr robuster Passepartout-Schneider für den kleinen Geldbeutel und für alle, die bereits mit wenigen Passepartouts den Anschaffungspreis externer Anfertigungen amortisiert wissen wollen.

Werbung | Evtl. angezeigte Preise zuletzt aktualisiert am 24. August 2019 um 3:15. Alle Angaben ohne Gewähr.

Detailansicht des Messers für den Schrägschnitt

Hier eine Detailansicht des „Schlittens“. Das Messer sitzt etwas schräg und sorgt so für einen entsprechenden Schnitt. Mit dem Daumen wird es herunter gedrückt und am Karton mehrmals entlang gefahren. Man muss sich vorher die Schnittlinien einzeichen, damit man weiß, wo man die Schiene genau anzulegen hat.

Mit einem Passepartoutschneider ist es – nach etwas Einarbeitungszeit – recht einfach möglich, sich tatsächlich kostengünstig eigene Passepartouts individuell auf die Fotografien zugeschnitten anzufertigen. Mein Logan kostet so ungefähr 70 bis 100 Euro (je nach Länge). Ich hatte jüngst eine Ausstellung mehrerer Bilder: Hier hatte sich der Anschaffungspreis des Passepartoutschneider bereits fast amortisiert. Alternative: Passepartouts hier im Ort beim Fotografen schneiden lassen. Das hätte mich in der Summe fast genau so viel gekostet wie der Logan Passepartoutschneider selbst.

Bilder im Rahmen hinter Passepartouts

Wenn die tatsächlichen Bilder ein anderes Maß als die zu verwendenden Bilderrahmen besitzen, dann sind auch für diesen Fall Passepartouts ideal: Das Außenmaß beträgt  jeweils dem der Rahmen. Der Innenausschnitt ist ein ganz kleines Bisschen kleiner als die Bilder. Passepartoutkarton kauft man am günstigsten in großen Kartons (z. B. 810 x 1020 mm und in der Stärke 1,5 mm). Diese großen Stücke kann  man dann entsprechend auseinandner schneiden. Das ist oft viel günstiger, als würde man sich gleich Kartons im Maß von z. B. 30 x 40 cm kaufen. Die heraus geschnittenen Innenteile großer Passepartouts nutze ich später weiter zum Anfertigen kleinerer Zuschnitte.

Beispiel vom Logan Passepartoutschneider

Hier sehen Sie ein Beispiel von der Qualität, die man mit einem recht günstigen System wie dem Logan Passepartoutschneider, den ich nutze, erhält. Maschinell und computergesteuert geht es freilich feiner und sauberer. Aber mit scharfer Klinge und ruhiger Hand kommt man auch so zu guten und sauber angefertigten Passepartouts. Allein: Man muss natürlich auch die entsprechende Arbeitszeit mit einplanen. Da ich sehr sorgfältig arbeite benötige ich ca. fünf Minuten für das Selbstanfertigen eines Passepartouts. Weiterhin sei nicht verschwiegen, dass einem irgendwann der Daumen weh tut und man eine Pause machen muss (daher gibt es auch Varianten mit Hebel).

Zum Abschluss noch einige Tipps zum Herstellen eigener Passepartouts:

Wer öfter einmal mehrere Fotografien (z. B. für Ausstellungen) rahmen möchte, entsprechende Bilderrahmen in der jeweiligen Größe bereits hat und die Bilder nicht wie simple Kunstdrucke wirken lassen möchte, sollte sich also nach Passepartouts dafür umsehen. Wer Geld sparen möchte, kauft sich Galeriekarton in großer Größe und schneidet sich diesen passend zurecht. Hierfür amortisiert sich oftmals bereits der Anschaffungspreis eines einfachen Schneidegerätes wie der Passepartoutschneider „Logan Team System“, wie ich ihn benutze in Relation zu fertig geschnittene Passepartouts. Und: Den Ausschnitt (gerade bei größeren Formaten) kann man häufig (für kleinere Formate) weiter verwenden.

Artikeldatum: 22.07.2016 / letzte Änderung: 29. März 2019

authorHallo. Hier schreibt Thomas. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit der analogen Fotografie und habe mich sehr intensiv mit dem Entwickeln des "feinen" Bildes im eigenen Fotolabor beschäftigt. Sollte dieser Beitrag nützlich gewesen sein, freue ich mich z.B. über ein Freibier: *

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